Geschäftsführer Björn Ischebeck nimmt das Zertifikat aus den Händen von AVU-Vorstand Uwe Träris das Zertifikat entgegen.
Die AVU informiert Wer Wo Wie und Was ?

Friedr. Ischebeck GmbH: “Energiesparen wird bei uns ganz groß geschrieben”

Im März diesen Jahres wurde durch eine Gesetzesänderung ein Energie-Audit für alle großen deutschen Betriebe Pflicht. Energie-Effizienz und Einsparung von Ressourcen ist das erhoffte Ziel des Bundes, das mit der Durchführung eines Audits und dessen Abschlusses bis zum Endtermin (5. Dezember 2015) auf den Weg gebracht werden sollte.

==================
Stichwort “Audit / Energieaudit”

Ein Audit untersucht, ob Prozesse, Anforderungen und Richtlinien die geforderten Standards erfüllen. Ein solches Untersuchungsverfahren erfolgt häufig im Rahmen eines Qualitätsmanagements. Die Audits werden von einem speziell hierfür geschulten Auditor durchgeführt.

Ein Energieaudit ist eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten.

Von der Repräsentativität des Energieaudits wird in jedem Fall dann ausgegangen, wenn auf der Basis einer Gesamterfassung der Energieverbräuche eines Unternehmens mindestens 90 Prozent des gesamten Energieverbrauchs erfasst wird. Es muss somit zunächst die Basis des gesamten Energieverbrauchs definiert werden, um bei der Durchführung des Energieaudits eine Konzentration auf die wesentlichen Energieverbraucher vornehmen zu können.
==================

Das Traditionsunternehmen Ischebeck ist (von 124 von der AVU angeschriebenen Unternehmen, die das Audit machen müssen) das erste, das dieses Verfahren nicht nur komplett abgeschlossen, sondern schon viele Energie-Einsparungsmöglichkeiten umgesetzt hat. Insgesamt müssen 18 Ennepetaler Firmen daran teilnehmen.

Björn Ischebeck, Geschäftsführer der Friedr. Ischebeck GmbH, Ennepetal
Björn Ischebeck, Geschäftsführer der Friedr. Ischebeck GmbH, Ennepetal

“Wir haben allerdings schon seit Jahren darauf geachtet, unsere Energiekosten so gering wie möglich zu halten. Aber mit Hilfe des Auditors von der AVU sind noch einige Modernisierungen (wie zum Beispiel die Umstellung auf LED-Beleuchtung im Bürokomplex) leichter gefallen,” so Björn Ischebeck, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens.

Betriebsleiter Janitzky: “Unsere elektronisch gesteuerten Maschinen würden zum Beispiel beim Starten ein Vielfaches an Energie benötigen, bis sie sich im Normalbetrieb befinden und der Verbrauch wieder auf ein erträgliches Maß reduziert wird. Nun haben wir mit speziellen Drosselungen erreicht, dass die Maschinen langsam und energiesparend anfahren – und erst im warmen Zustand ihren Dienst im Arbeitstempo tun.”

Die Erfassung von Verbrauchsdaten und Lastenspitzen (also die Zeiten, in denen besonders viel Energie gebraucht wird) hat dem Unternehmen sehr geholfen – auch, um dieses Thema in den Köpfen der Belegschaft manifestieren zu können. So wurden selbst so kleine Dinge, wie die immer auf “Stand-by” stehenden Kaffeemaschinen von den Mitarbeitern “umgerüstet”: Nachdem der Kaffee fertig ist, wird er einfach in den einzelnen Abteilungen in bereit gestellte Thermoskannen gefüllt – und schon kann eine Menge Strom im Jahr eingespart werden.

“Natürlich sind die großen Veränderungen die Wichtigsten beim Energiesparen. Zum Beispiel haben wir beim Bau einer neuen Halle darauf geachtet, dass die Filteranlage die schlechte Luft nicht einfach nach draußen befördert – und somit vor allem im Winter die kalte Außenluft in die Halle strömt. Unsere Filteranlage leitet eben diese (noch immer warme, nun aber saubere) Luft direkt wieder in die Halle zurück. Das spart enorme Heizkosten und ist auch für die gesamte Umwelt besser,” so Janitzky. “Aber wir freuen uns, dass unsere Mitarbeiter mittlerweile alle darauf achten – und eventuell den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag machen – damit wir weiterhin Energie einsparen können.”

Uwe Träris, Vorstand der AVU
Uwe Träris, Vorstand der AVU

Uwe Träris – Vorstand der AVU – betonte, dass der Gevelsberger Energieanbieter sich recht schnell entschieden hatte, diese Energie-Audits als Dienstleister für ihre Kunden anzubieten. “Wir sind wohl das einzige Unternehmen hier im Kreis, das Beratung anbietet, um sein Produkt – also Energie in jeglicher Form – einzusparen,” erklärte Träris mit einem Zwinkern. “Aber wir sind der Meinung, dass wir nicht nur einen enorm wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung von Energie bringen, sondern festigen mit unseren Beratungen natürlich ebenso die Bindung zu unseren Kunden.”

Salvatore DeMasi (Vertriebsleiter der Abteilung “Geschäftskunden” bei der AVU) informierte Anfang des Jahres alle in Frage kommenden Unternehmen. “Die erste Zusage, die wir erhielten, kam von der Friedr. Ischebeck GmbH aus Ennepetal – und es war auch das erste Unternehmen, das das Verfahren auch pünktlich abgeschlossen hatte. Somit finden wir es nur fair, wenn wir auch Ischebeck das erste Zertifikat öffentlich überreichen.”

“Viele Unternehmen haben diese (zugegebenermaßen recht kurz gehaltene) gesetzliche Frist bis zum 5. Dezember nicht einhalten können. Die Datenermittlung dauert häufig sehr lange. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat nun die Möglichkeit stichpunktartige Kontrollen durchzuführen. Unternehmen, die dieses Energieaudit nicht fristgemäß abgeschlossen haben, kann nun ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro drohen,” erklärt Uwe Träris von der AVU.

Björn Ischebeck dazu: “Wir haben als Familienunternehmen vielleicht einen Vorteil gehabt. Natürlich achten wir schon seit Jahren ganz besonders darauf Kosten einzusparen. Und da sind die Energiekosten in unserem Unternehmen nicht zu unterschätzen. Viele Einsparungsmöglichkeiten haben wir schon in den letzten Jahren umgesetzt und werden dies auch weiterhin immer im Auge behalten.”

Energie-Audit, Zertifikat DIN EN 16247-1
Energie-Audit, Zertifikat DIN EN 16247-1

“Wir sehen durch das Energie-Audit allerdings jetzt einen großen Vorteil für uns,” so der Betriebsleiter, “wir haben nun wirklich eine vernünftige Struktur in der Ermittlung unseres Energieverbrauches erhalten, auf die wir aufbauen und sie als Grundlage zukünftiger Anschaffungen, Änderungen im Betrieb oder auch Renovierungen etc. nehmen können. Energiesparende Investitionen rechnen sich recht schnell.”

Ischebecks Kunden achten mittlerweile ebenso immer mehr auf umweltschonende Herstellung. Mit dem nun von der AVU als Energie-Auditor überreichten Zertifikat (DIN EN 16247-1) wird das Unternehmen dies nun auch öffentlich zeigen können.

Zur Webseite des Unternehmens:  http://www.ischebeck.de/

Geschäftsführer Björn Ischebeck nimmt das Zertifikat aus den Händen von AVU-Vorstand Uwe Träris das Zertifikat entgegen.
Geschäftsführer Björn Ischebeck nimmt das Zertifikat
aus den Händen von AVU-Vorstand Uwe Träris entgegen. v.l.n.r.: Salvatore DeMasi, Björn Ischebeck, Uwe Träris und Andreas Janitzky.